Samstag, 6. Juli 2013

Converter von Jack - Teil 3

Du kennst den 1. Teil noch gar nicht? Lies ihn >hier<
Du kennst den 2. Teil noch gar nicht? Lies ihn >hier<


Kapitel 4

Nachdem Andrew und Hattie zu Ende gegessen hatten, brachte Andrew Hattie zu einem großen Turm. Er bestand aus bräunlichen Backsteinen, die an einigen Stellen heller waren. Er war sehr hoch und rund. Auf der Spitze wehte eine Fahne mit einem großen blauen Kreis. In der Mitte konnte man einen roten Blitz sehen. Der Hintergrund war gelb. Hattie waren die Farben zu grell, aber sie wollte Andrew nicht beleidigen, wenn sie sagte, dass ihr das Wappen nicht gefiel. „Wofür stehen diese Zeichen auf der Flagge?“, fragte sie Andrew. „Der Kreis steht für den Tyr. Die Blitze für den Stamm des Obersten des Rates, den Tzolbtilb Myts. Sie können das Wetter beschwören.“ Antwortete er. „Wie macht ihr das?“, fragte sie Ihn.
„Was?“
„Diese Sachen. Du bist superstark und kannst leiser laufen, als alle, die ich je kannte. Deine Mutter konnte mit Fischen reden und euer Anführer sagen, ob es regnen soll.“
„Wir sind nun mal keine Menschen.“
„Was dann?“
„Chetessen.“
„Hast du dich nie gefragt, woher du deine Kraft hast?“
„Natürlich.“
„Und?“
„Ich weiß es nicht“, brachte er mit gepresster Stimme heraus. Dieses Thema war ihm sichtlich unangenehm.
„Was ist so schlimm daran?“, fragte sie ihn, als sie es bemerkte.
„Mein Vater. Er wollte es wissen. Und dann wurde er umgebracht.“
„Von wem?“, fragte Hattie, aber er gab keine Antwort mehr. Sie standen nun vor der Tür des großen Turms. Eine schwere Eichenholztür, die mit Furchen verziert war. Sie waren fein gearbeitet und zeigte Menschen, oder Chetessen, die gegen alles Mögliche kämpften. Hunde, Tiger, Insektenschwärme und andere Menschen. Es war ein grausiger Anblick. Die Tür wurde von zwei Männern in Uniformen bewacht. Sie standen steif und blickten stur geradeaus. Auf den Uniformen war dasselbe Wappen, wie auf der Fahne des Turmes. Sie wollte den Turm betreten, doch die Männer machten eine schnelle, synchrone Handbewegung. Wasser strömte an ihr herab, über ihr schwebte eine Wolke. Sie war vollkommen durchnässt. Sie hoffte, ihr weißes Leinenkleid wäre im nassen Zustand nicht zu durchscheinend. Sie spürte, wie sie rot wurde, als Andrew sie anstarrte. „Pets! Di néhégrétoéwi tchon!“, bellten die beiden Männer unisono. Andrew sprach beruhigend auf sie ein. „Éos néchérpse tchin Tjangú.“- „Was sagen sie?“, fragte Hattie. „Du darfst nicht weitergehen. Moment.“ Dann wandte er sich wieder den Wächtern zu. „Cho néssoéh Andrew Mabel. Réd rétoél néschnuwe chyn sni.“ Die beiden Männer traten beiseite. Wieder bewegten sie die Hände, der Wind blies ihr durch die Haare. Plötzlich war sie wieder trocken. Sie hoffte nur, ihre Frisur stand noch. Andrew und sie stiegen die steile Treppe hinauf. Sie zählte die einzelnen Stufen, aber nach 295 gab sie es auf. Sie begegneten niemandem. Sie sah nur die harten, regelmäßigen, glatten Stufen. Nach einer Zeit, die Hattie wie eine Ewigkeit vorkam, erreichten sie einen großräumigen Saal. Der Boden war poliert und glänzte in einem strahlendem smaragdgrün. Die hohen Wände waren genauso glatt und liefen in leichter Rundung zusammen. Hattie fühlte sich, wie in einem riesigen Kegelförmigem Zimmer. ‚Wir müssen im Dach sein.’, dachte sie. Auf dem kreisrunden Boden stand ein länger, halbmondförmiger Tisch aus schwarzem Holz. Dahinter standen Holzstühle. Auf ihnen saßen Chetessen. Die meisten hatten Bärte und ein grimmiges Gesicht, einige waren dicker und ganz rechts saß eine junge Frau, die ihr freundlich zulächelte. Insgesamt saßen 10 Leute an dem Tisch. Der Mann in der Mitte stand auf. Er war der älteste, hatte aber trotzdem ein freundliches Gesicht und obwohl Hattie mehrere Meter entfernt stand, konnte sie das jugendliche Glitzern in seinen Augen sehen. Erst dachte sie, er spräche auf Tjangú, doch er sprach auf sauberem, schönem Englisch. „Herzlich willkommen Florence.“

Nach dieser Begrüßung fühlte sich Hattie unbehaglich. Sie war aufgeregt. Was dies anging, hatte Andrew also nicht gelogen. Sie hieß der Meinung der Chetessen nach, also tatsächlich Florence. Sie wollte sich umdrehen um Andrew etwas zu fragen, doch er war verschwunden. Sie war alleine. Das Herz rutschte ihr in die Hose. Diese kritischen Blicke der Ältesten. Er lastete nur auf ihr, auf niemandem sonst. Sie schob ihre Angst beiseite und nahm all ihren Mut zusammen. „Es wäre besser, sie würden mich Hattie nennen.“ Einige der Männer tuschelten nun aufgeregt mit den anderen, ihre Blicke wurden härter. Aber die Frau an der rechten Seite und der stehende Mann brachen in lautes Gelächter aus, in das einige andere einfielen. Nur der Mann der rechts neben dem ältesten saß, blieb, mit verschränkten Armen still sitzen. „Natürlich Hattie. Weißt du warum du hier bist?“, fragte der älteste.
„Nein, wie auch?“
„Hat dir Andrew nichts gesagt?“
„Er hat mich angelogen.“
„Ja, ja, so kennen wir ihn.“, lachte er.
„Gut, dann muss ich es dir erklären. Weißt du, wer wir sind?“
„Chetessen.“
„Richtig. Es gibt 10 Chetessenstämme. Kennst du sie alle?“
Hattie klang das hier viel zu sehr nach Schule, trotzdem antwortete sie: „Bislang nur den Rétsulf Myts, den Réssyw Myts und den Tzolbtilb Myts. Übrigens, ihre Wächter haben mich nass gemacht.“
„Ich sehe aber nichts.“, lachte der Älteste. Nun erhob sich der Mann zu seiner rechten.
„Das hier ist keine Spaßveranstaltung.“, blaffte er ernst. „Das Leben aller Chetessen und der Menschen steht auf dem Spiel.“ Es war sofort still. Sie hatten alle Respekt vor diesem Mann. Er hatte in diesem Rat die Hosen an, nicht der Älteste. „Ich bin Ékrats Fyrk.“ Begann er. „Also. Siehst Du den Leeren Stuhl zu meiner Rechten?“, fragte er Hattie genervt. „Dort müsste eigentlich ein Vertreter der Réssyw Myts sitzen.“ Hattie erinnerte sich an die Geschichte, die Andrew ihr erzählt hatte. „Nun, du bist eine der letzten aus diesem Stamm.“ Hattie fiel aus allen Wolken. Sie konnte gar nicht glauben, was sie da gehört hatte. „Das kann gar nicht sein.“, stammelte sie. „Dein Vater war einer von ihnen und seine Eltern. Und deren Eltern und so weiter. Du bist die letzte aus der Reihe.“ Hattie fühlte sich, als würde der Boden nachgeben. Sie konnte, nein, sie wollte keine Chetesse sein. „Aber, müsste ich dann nicht schon irgendwie Kräfte haben?“, fragte sie abwehrend. „Die hast du auch. Als dein Bruder, Will, brennend aus der Wohnung sprang, fing ihn ein Bett aus Wasser auf. Wie das wohl dahin gekommen ist?“, fragte er Ironisch. Hattie erinnerte sich an das Platschen, das sie gehört hatte. „Du bist eine Herrscherin des Wassers.“, wiederholte der Mann. „Aber, ihr seid doch schon lange ohne ein Mitglied des Réssyw Myts ausgekommen.“, erinnerte sie die Ältesten. „Aber nun brauchen wir jeden Stamm. Der Converter hat uns den Krieg erklärt. Unsere Kräfte verschwinden zusehends. Wir brauchen dich gerade jetzt.“, machte Ékrats klar. „Rétoél will davon zwar nichts wissen, aber ich glaube an die Geschichten.“ Nun war Hattie vollkommen verwirrt. „Äh, ich verstehe nicht. Wieso braucht ihr mich? Wieso verliert ihr eure Kräfte? Und was sind das für Geschichten?“ Ékrats ging um den Tisch auf sie zu. Kurz vor ihr blieb er stehen. Er machte eine rasche Bewegung mit der Hand. Hattie spürte, wie sie die Kontrolle über ihren Körper verlor. Ékrats und der Tyr verschwanden und sie sah helle Sterne funkeln. Das Bild verschwand und sie sah Tyts. Geschäftiges treiben erfüllte die Stadt. Ihr Blick wanderte zu einem riesigen Haus, einer Villa in London gleich. Allmählich traten Menschen in blauen Uniformen heraus. Ein Schemenhaft angedeuteter, goldener Fisch zierte die Brustpartie. Die Menschen umstellten das Tal, in dem die Stadt Tyts, mit ihren Holz- und Steinhäusern, stand. Ékrats Stimme kam von Irgendwoher, von Irgendwo und überall. Sie hallte wie ein Echo, und doch stand sie stark wie ein Fels, sie war leise wie das Flüstern des Windes und doch laut, wie eine Kirchenglocke. „Einst, vor langer Zeit, gaben die Mitglieder des Réssyw Myts die Kraft und das Leben des Morgentaus und der Flüsse an die übrigen Chetessen weiter. Das Wasser gab ihnen mehr Kraft als sie brauchten. So viel, das es lange reichte. Trotzdem wurde das Ritual jeden Tag, zur selben Stunde, auf die gleiche Weise ausgeführt.“ Plötzlich sah Hattie, wie die Chetessen des Wasser Stammes verschwanden, die Bäume verdorrten und verloren die Kraft, der Himmel wurde Dunkel, die Chetessen in der Stadt krümmten sich auf dem Boden, sie litten unter schrecklichen Schmerzen. „Doch dann wurde ihre Liebe zu den Menschen zu groß. Sie vergaßen ihre Vorsicht und wurden von den Menschen umgebracht. Die Chetessen siechten dahin. Darum musste Rétoél ein Einkommen mit dem Converter treffen. Er ist der Anführer der Wandler und sie sind mächtiger als wir. Einige können Gegenstände wandeln, einige können die Gedanken von Menschen und Chetessen verändern, einige sehr mächtige können ihre Gestalt wandeln. Der stärkste von ihnen wird zum Converter. Er trägt einen Ring, der es ihm erlaubt, die Energie eines Wesens aufzusaugen, zu Absorbieren oder auch, sie anderen Personen zu geben. So mächtig die Wandler auch sind, eins können sie nicht: Leben.“ Das verstand Hattie nicht, sie wollte Ékrats fragen, doch sie konnte ihren Mund nicht öffnen, Ékrats hatte sie ganz in seiner Macht. Das gefiel ihr nicht. Sie fühlte sich irgendwie manipuliert. „Sie erhalten ihre Energie vom Artefakt, aber das kann nur Energie aufnehmen, sie aber nicht herstellen. Allerdings war unsere Lage verheerend. Wir wären alle ums Leben gekommen, darum gaben wir unseren Schutz für die Menschen auf, damit sie die Energie von Ihnen verwenden können und der Converter einen Teil davon an uns abgibt. Aber irgendetwas muss geschehen sein, denn plötzlich erklärte uns der Converter den Krieg.“ Hattie war empört. Wie hatten die Chetessen es nur zulassen können, dass Menschen getötet wurden, nur für ihr eigenes Leben. Das Bild das sie vor sich sah verschwand und sie wurde zu Boden gedrückt. Èkrats stand vor ihr. Nun hatte auch sie Respekt vor ihm. Trotzig fragte sie: „Wofür braucht ihr dann mich?“, Ékrats antwortete ohne zu zögern. „Du sollst uns die Energie des Flusses wiedergeben. Du bist die einzige Überlebende, die wir kennen. Wir haben von dem Vorfall in London gehört und haben Andrew losgeschickt um dich zu suchen. Aber es gibt noch mehr Überlebende. Du sollst sie zurückholen.“







Kapitel 5 

Nachdem Hattie den Saal verlassen hatte, traf sie auf Andrew. Er fiel geradezu hinein. „Hast du gelauscht?“, fragte sie schnippisch. Er grinste. „Aber nein, so etwas würde ich nie tun.“ Dann lachten sie. Als sie fertig waren, fragte sie ihn ernst: „Du musst mir einiges beibringen. Das Tjangú, alles über die Stämme und vielleicht auch eure Sitten und Gebräuche. Ich muss möglichst viel wissen, wenn ich losziehe.“ Andrew nickte. Sie sah das Erstaunen in seinen Augen. „Du willst wirklich gehen?“, fragte er sie. „Natürlich. Ich rette gerne die Welt, es macht mir total viel Spaß, in der Gegend rum zu laufen und Leute aufzusammeln, die nichts von ihren Fähigkeiten wissen.“

In Andrews kleinem Haus, setzten sie sich an einen Tisch. „Wohnst du hier alleine?“, fragte sie ihn und sah sich prüfend um. „Ja, bei uns ist man mit 10 Jahren erwachsenes Mitglied, wenn man sehr geschickt im Umgang mit seinen Kräften ist, auch früher.“ Die beiden unterhielten sich den ganzen Tag über die Chetessen. Am Abend schwirrte ihr der Kopf. Sie hatte sich nur das wichtigste behalten, nämlich das die Chetessen in 10 Myts, also Stämme unterteilt waren. Dabei gibt es zwei Urstämme und 8 Unterstämme. Die Oberstämme, der Tzolbtilb Myts, der Wetterstamm und der Nédeb Myts, der Stamm der Erde, waren als Herrscher und Ernährer der Stämme zuständig. Der Nédeb Stamm konnte die Pflanzen schneller zum Wachsen bringen, als der Hofgärtner der Queen Victoria. Dann gab es 4 Stämme, die als Kriegerstämme bekannt waren, der Rétsulf Myts, zu dem Andrew gehörte. Sie konnten leise schleichen und waren sehr stark. Ihr Wappen wurde von einem Panther geziert, der Fiyl Myts, der für seine Agilität bekannt war und der Nykre Myts, der den Wind beherrschte. Außerdem die beiden Stämme Éfloh Myts, Stamm der Defensive, der einen starken Panzer trug und der Éemry Myts, die Elitetruppe, ein Starker Stamm, der zur Verteidigung des Tyr Mrit, des Turms, den sie an diesem Tag erst aufgesucht hatte, diente. Die letzten zwei Stämme waren der Réssyw Myts, der Wasserstamm und der Rédniz Myts, der überall ein Feuer entfachen konnte. Außerdem hatte sie erste Worte auf Tjangú sprechen, aber nur Kleinigkeiten wie Hallo, Danke und Auf Wiedersehen. Alles in allem hatte sie die Hälfte vergessen. Es war einfach zu viel. Die Sonne war bereits untergegangen. „Es ist spät. Wir sollten schlafen gehen." Er brachte Hattie in das Schlafzimmer. Sie warf sich auf das weiche Bett und war sofort eingeschlafen.

Als sie aufwachte, duftete die ganze Wohnung verführerisch. Sie betrachtete die steinige Zimmerwand. Das Zimmer war karg ausgestattet, aber aus irgendeinem Grund gemütlich. Sie stand auf und folgte dem Geruch bis zu einer Feuerstelle, nur einige Zimmer weiter. Andrew stand davor. Er rührte in einigen Töpfen und schaute unter Deckelchen. Er zerschlug gerade ein Ei und ließ es in einen Topf fallen als Hattie eintrat. Andrew hatte sie wohl mit ihrem Supergehör bemerkt. Er drehte sich um und lächelte. Doch als er sie sah, fuhr er erschrocken zurück. Hattie war verwirrt. Sie sah an sich herab. Ihr Körper war von einem Tag auf den anderen gealtert. Gestern noch war sie die kleine, schwache, Hattie Pearl aus London gewesen, die von ihrem Halbbruder geschlagen wurde. Heute war sie um mindestens 30 Zentimeter größer, ihre Rundungen waren stärker ausgeprägt und sie trug die Uniform des Réssyw Myts. Nun war sie endgültig Florence!



Nachdem Florence Andrew hatte beruhigen können waren sie in den Tyr Mrit gegangen. Dort rätselte der gesamte Ältestenrat an Florence plötzlicher Verwandlung. Sie entschieden, das noch ein paar Tage lang zu beobachten und es erst einmal zu vergessen. Ihre Mission war nun wichtiger. Florence und Andrew verließen darum den Turm. „Wo gehen wir hin?“ fragte Florence Andrew. „Zum Trainingsplatz. Dort werden die Jungen Chetessen geschult. Dort werden wir deine Wasserkräfte trainieren.“ Sie erreichten einen runden Platz. In der Mitte befand sich ein kreisrunder Teich, außen ein Zaun. In ein paar Schalen brannten Flammen, einige Puppen aus Säcken und Stroh standen regelmäßig darauf verteilt. „Jeder Myts hat eine Fähigkeit zum Angriff und eine zur Abwehr. Wir sind darauf eingestellt, kämpfen zu müssen. Chetessen und Wandler sind im dauerhaften Streit wegen der Menschen gewesen, darum haben sich unsere Kräfte angepasst. Jeder Myts hat dann noch eine besondere Fähigkeit, durch die er sich auszeichnet.“, erklärte Andrew. „Zum Beispiel dein Gehör.“, vermutete Florence. Andrew nickte. Er ging auf eine der Puppen zu, schlug drauf und schleuderte sie mehrere Meter weit. An der Unterseite befand sich ein langer, stabiler Stock, mindestens drei Mal so lang wie sie. Andrew hatte ihn mit einem Schlag aus der Erde befördert. Die Figur allerdings stand wieder auf! Sie taumelte wie betrunken auf ihn zu. Dann versuchte sie, einen Treffer auf Andrews Gesicht zu landen. Er stieß ein lautes Brüllen aus. Es war nicht unbedingt menschlicher Natur und Florence erschrak. Hattie wäre vor Angst auf den Boden gesunken, sie nicht. Die Puppe wurde in tausende Stücke zerrissen. Verwirrt fragte Florence Andrew: „Wie hast du das gemacht? Dieses Brüllen?“ Andrew brüllte erneut und sie spürte, dass sie sich nicht mehr bewegen konnte. Er schnalzte mit der Zunge und ließ sie so wieder frei. „Genau so. Es ist meine Abwehrkraft. Damit kann ich im Notfall einen Gegner festhalten. Es hält nicht ewig an, aber so habe ich die Chance zu fliehen. Meine Angriffskraft ist meine Stärke. Leider sind die Puppen meiner Kraft und dem Brülle nicht gewachsen. Sie tun mir so leid.“ Er fasste sich theatralisch an die Stirn. Florence kicherte. „Ich weiß nicht genau...“, begann er. „Ich glaube, ich weiß nicht, wie deine Technik funktioniert. Meine Mutter war von deinem Stamm, aber sie hat mir nie erzählt, wie ihre Kraft funktioniert.“ Na toll, dachte Florence. Was bringt es, wenn man all möglichen Gegenden abklappert, um Réssyw Myts Mitglieder zu finden und dann bringen sie einem noch nicht einmal etwas, weil sie ihre eigenen Kräfte nicht abrufen können. Sie musste fast lachen, so verwerflich war der Gedanke, sie könne das Wasser beherrschen und mit Fischen sprechen. Das war doch albern. Im ersten Moment glaubte sie sogar, sie hätte das alles nur geträumt, doch dann schüttelte sie diese Gedanken beiseite. Das war kein Traum, dachte sie die ganze Zeit. Immer wieder. „Aber du hast es doch schon getan!“, unterbrach Andrew ihre Gedanken. Florence zog die Stirn in Falten und schüttelte unwissend den Kopf. „Als dein Halbbruder Will in London gebrannt hat. Du hast ihn doch ‚gelöscht’. Vielleicht kannst du das nochmals abrufen. Wie hast du dich damals gefühlt?“
„Verängstigt, wütend, verloren, einsam...“
„Das hilft uns nicht. Du musst das jederzeit abrufen können. Was hast du gedacht?“
„Mist, ich habe einen Menschen verbrannt...“
„Und?“
„Mh, ich wünschte, dieser Kerl“, sie drehte sich um und sah in die Ferne. Sie konzentrierte sich, und sie hoffte, genau das Abzurufen, was sie gesagt hatte. „Ich dachte nur, hoffentlich wird der Junge hinter mir irgendwie gelöscht.“ Sie hörte es Platschen. Ein total durchnässter Andrew stand hinter ihr. „Danke!“, sagte er Ironisch. „Gerne doch!“, grinste Florence. Sie musste sich das Lachen verkneifen. Plötzlich wurde sie hoch gehoben und, sehr unsanft, auf den Boden geworfen. Andrew lachte. Florence sprang auf und jagte auf ihn zu. Sie traf ihn im Magen und theatralisch fiel er zurück. Es schien ihm gar nichts auszumachen. Die beiden rangen auf dem Boden. Andrew war stärker als Florence und hatte sie bald besiegt und drückte sie mit den Handgelenken nach unten. Sie spürte seinen Atem auf ihrem Gesicht und sah in seinen Augen. Sie spiegelten das Licht und Florence konnte tief in sie hinein sehen. Sie konnte sich selbst sehen, wie sie lächelte. Auch Andrew lächelte. Sein Atem beruhigte sich, doch Florence konnte spüren, wie sein Herz schneller schlug. Er beugte sich tief zu ihr hinab, so nah, dass sich ihre Gesichter fast berührten. Sie spürte ein unbändiges Verlangen, irgendetwas zog sie zu Andrew hin. Inzwischen spürte sie seinen und unmittelbar vor seinen Lippen. „Was macht ihr da?“ fragte eine Stimme. Andrew zog enttäuscht das Gesicht zurück. Hinter den Beiden stand ein kleiner Junge. Er war nicht einmal halb so alt wie sie beide. Er hatte blonde Haare und blaue Augen. „Ach nichts.“, sagte Florence und sie spürte Andrews wütenden Blick auf ihrem Gesicht. Aber sie wagte es nicht hin zu sehen. „Mackie, wie geht’s dir.“, freundlich trat er zu dem kleinen Jungen hin und hob ihn hoch, mit seinen starken Armen. Der kleine lachte. Auch, Andrew. Dann lachte auch Florence wieder, der kleine war total niedlich und löste die kurze Anspannung zwischen ihr und Andrew. „Florence, darf ich vorstellen, das ist mein Bruder Mackie. Und er gehört WIRKLICH zur Familie.“, lachte er.

Jetzt, wo ihr einen weiteren Teil von Jacks Geschichte gelesen habt, würden wir uns sehr über ein Kommentar oder sogar eure Stimme in der folgenden Umfrage freuen :)

Fortsetzung am Donnerstag.


Kommentare:

  1. Hat mir wieder gut gefallen. Endlich kommt ans Licht, wer Hattie/Florence wirklich ist. Bin gespannt wie es mit ihr, und vor allem mit ihrer Aufgabe, weitergeht.

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  2. Huhu ihr Lieben, es ist Donnerstag...nur mal so ;)

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    1. omgomg.... *schwitzschwitz*.... Ich... machs jetzt... noch eben Fehlerkorrektur! 10000 Fehler ':( :D

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    2. viel Spaß dabei :D
      Lieber spät als nie :D

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