Freitag, 19. Juli 2013

Converter von Jack - Teil 6

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Kapitel 9


Florence hatte Hank viel erklären müssen, sie waren einige stunden damit beschäftigt gewesen. Aber Hank konnte ihr nicht so recht glauben, bis sie ihm ihr können vorführte. „Es sind eben nicht alle Kräfte und ich bin auch nicht richtig gut darin und ob wir es schaffen, die letzten Réssyw Myts zu finden und die anderen Chetessen zu retten ist auch unklar.“
„Das ist ja alles schön und gut, aber da sind noch einige Unklarheiten. Vor allem: Warum hat euch der Converter den Krieg erklärt?“
„Andrew sagte, kurz bevor er mich gefunden hat, sei es geschehen. Von einem Tag auf den anderen. Einfach so. Und dann hat Andrew mich gefunden. Die Rétsulf Myts haben eine herausragende Fähigkeit, andere Chetessen und deren Stämme zu Identifizieren und als er raus hatte das ich zum Réssyw Myts gehöre, hat er mich mitgenommen. Also, nicht mich, Hattie.
Hank war ein sehr intelligenter junger Mann. Sonst wäre er ja nie Arztgehilfe geworden. Er hatte in nur wenigen Sekunden eine sehr glaubhafte Hypothese aufgestellt. „Was, wenn der Converter wusste, das du vom Wasserstamm bist? Er konnte vielleicht absehen, dass man dich finden würde. Er wusste, mit dem Wasserstamm würde es mit seiner Zeit vorbei. Er versucht, alle anderen Réssyw Myts auszulöschen.“
„Aber woher soll er wissen wo sich diese befinden?“
„Keine Ahnung.“ Wehrte er ab.
„Aber das ist sehr an den Haaren herbeigezogen. In so einer kurzen zeit, wie konnte er von meiner Flucht aus London bescheid wissen und dann sofort den Chetessen den Krieg erklären“
„Vielleicht war es Will.“
„Glaubst du...“ begann sie und Hank nickte.
„Sicher war er ein Spion. Er hatte dich in seiner Gewalt. Nie hätte er geglaubt, das du zurückschlagen würdest.“ Vermutete Hank. Florence war skeptisch, aber das alles schien so logisch. Sie überlegte weiter. „Aber wäre es nicht leichter gewesen, im geheimen zu operieren? Durch die Kriegserklärung wussten wir Chetessen, das wir schnell reagieren mussten.“ Ein verschmitztes Lächeln glitt über Hanks Gesicht. „Das erklärt alles. Auch, woher er wusste, wo sich die Wasserstammmitglieder aufhielten.“ Florence zog ungläubig die Stirn in Falten. Hatte er es wirklich herausbekommen? „Er wusste nie, wo sie sich befanden. Nur die Rétsulf und Réssyw Myts können Wasserstammmitglieder erkennen. Er ist euch gefolgt.“ Florence riss die Augen auf. Das klang Plausibel. Und zugleich Besorgniserregend. Sie würden London zerstören. Vielleicht sogar die anderen Chetessen töten. „Dort sind die letzten uns bekannten Réssyw myts angehörigen! Wir müssen vor ihnen da sein!“
Hank zog die Nase kraus. „Also, nach meinen Berechnungen sind sie morgen da und wir müssen mehrere Monate aufholen. Das können wir gar nicht schaffen. Da kam Florence eine Idee. „Natürlich schaffen wir das. Wir schwimmen.“

„Also. Rein Theoretisch müssten wir sehr gute Schwimmer sein. Ich hoffe, es funktioniert.“, Stammelte Florence.
„Wie jetzt...?“, fragte Hank. „Ich dachte, du hättest so etwas schon einmal gemacht!“ Florence lachte. „ich hoffe es klappt.“ Es war ein Hysterisches lachen. Sie presste kurz die Lippen zusammen, dann wagte sie einen Schritt in das Kühle Nass. Die beiden hatten ihre Sachen zusammengepackt, nachdem sie beschlossen hatten, London über den Wasserweg zu erreichen. Es war ein großer Abschied gewesen, Hank hatte eine sehr große Familie. Und seine Tante Mütterlicherseits, war nicht nur sehr rundlich, sondern auch ein wenig Begriffsstutzig. „Wann werdet ihr heiraten?“, hatte sie Florence und Hank bedrängt. „Tate Fidelia, wir sind nicht zusammen. Wir gehen auch nicht zusammen.“, wollte Hank erklären. Aber seine Tante missverstand das. “Was, wolltet ihr nicht nach London gehen?“ Die beiden hatten nun zu viel und verschwanden, ohne zu antworten. „Nett, deine Tante.“, Bemerkte Florence. Hank zog die Augenbrauen hoch und sah sie Skeptisch an. „Sie ist schrecklich!“ stellte er fest.
„Ja, du hast recht sie IST schrecklich.“ Lachte Florence.
Hank blieb vorsichtig hinter ihr stehen. Florence schloss die Augen. Sie rief das Gefühl ab, das sie beim beherrschen vom Wasser immer spürte. Sie malte sich ein Bild aus, ein Bild, wie sie durch das Wasser schwamm, ohne sich zu bewegen. Als sie die Augen öffnete, hatte sich nichts verändert. „Und, hat es funktioniert?“, rief ihr Hank zu. „Nein, nichts. Ich spüre gar nichts. Kein kribbeln, keinen Drang zum Wasser, kein gar nichts.“, murmelte Florence enttäuscht. Dann begann es. Eine riesige schwarze Wolke kam auf Florence zu. Sie war dicht und sehr schwammig. Hank schien sie nicht zu bemerken, auch nicht, als Die Wolke ihn Komplett einhüllte. Rasendschnell verschlang die Wolke alles um Florence herum. Nur sie und da Wasser blieben unberührt. Die einzelnen, aus dem Wasser aufragenden Steinen verdunkelten sich rasch und hatten bald die Farbe der dunklen Wolke angenommen. Die Welt drehte sich vor ihr. Plötzlich war das Wasser vor ihr. Genau in diesem Moment schoss Hanks Hand auf sie zu. Leise ploppend verschwand die dunkle Wolke und sie fiel platschend in den Fluss. Als sie aufstand, war sie Wütend. Beim Sturz hatte sie sich die Nase Gestoßen und Blut lief heraus. „Sorry.“ Stammelte Hank.

Nachdem Florence Hank erklärt hatte, wie man seine Kräfte nutzt, versuchte sie das Schwimmen erneut. Wieder dauerte es etwas, bis die schwarze Wolke alles eingehüllt hat. Hank neben ihr verschwand. Sie selbst hatte schon lange gebraucht, nur um eine Wasserkugel herzustellen. Aber dann sah Florence wie sich die Wolke zurückzog und den blick auf Hank freigab. Er nickte und sie lächelte ihn an. Das Wasser kippte und die beiden fuhren in das kühle Nass. Sie tauchten einige Meter. Als sie sich einem dunklen Fleck im Fluss näherten, das von einem mit der Wolke überzogenem Stein herrührte, wurden sie durch die Strömung zur Seite gelenkt. Zu beginn hatten Hank und Florence die typischen Schwimmbewegungen gemacht, doch mit der Zeit stellten sie fest, das es schneller voranging, wenn sie die Arme glatt an den Körper und die Füße eng aneinander legten. Sie Tauchten erstaunlich lange in dem kalten Wasser ohne Luft zu holen, doch dann spürte Florence den Luftmangel und tauchte auf. Hank folgte ihr. Von ihrem Erlebnis und dem Gefühl des Schwimmens beflügelt lachte Florence. Auch Hank war gut gelaunt und die beiden wirbelten durch das Wasser, schwammen um die wette und wurden nie Müde. Erst viel später lichtete sich die Wolke, als die beiden allmählich ermüdeten. Sie schleppten sich an den Rand. Als Hank ungeschickt am Grasbewachsenen Ufer ausrutschte, Lachte Florence. Doch Hank tauchte nicht mehr auf. Nach einer Weile durchkämmte sie das dunkle Wasser. Es war dunkelschwarz, denn der Mond verschwand hinter einer Wolke. „Hank?“, rief sie. Dann immer verzweifelter: „Hank! Hank wo bist du?“ Plötzlich schoss hinter ihr etwas aus dem Wasser. Erschrocken wirbelte Florence herum. Sie formte eine Wasserkugel um sich zur wehr zu setzen. Arme ergriffen ihre Taille. Erschrocken schrie sie auf. Dann sah sie wer sie umarmte. Es war Hank. Erleichtert musste sie kichern. Er auch. Sie blickten sich in die Augen. Plötzlich fühlte sie, wie sich ein schweres Gefühl im Magen breit machte. Das hatte sie auch bei Andrew gefühlt, kurz bevor sie sich geküsst hatten. Sie wollte das nicht, wie konnte das sein, sie liebte doch Andrew. Ihre Gefühle sagten ihr nur, sie solle Hank küssen, aber ihr Verstand hielt dagegen. Das Gefühl siegte. Sie bewegte sich näher auf Hank zu, er hielt sie fester, ihre Lippen wurden Taub, die Gefühle brodelten in ihr, sie kamen hoch, alles in ihrem Körper war auf Hank ausgerichtet. Er beugte sich zu ihr herab. Als sich ihre Lippen berührten verlor sich Florence endgültig. Sie umarmte Hank und sie trieben sich, aus dem Fluss schiebend, ans Ufer. Der Mond hatte sich von der Wolke gelöst und fiel auf Hanks Körper. Seine Muskeln waren angespannt, als er Florence Bluse Knopf für Knopf öffnete. Sie ließ ihn gewähren und es war ein Gefühl der Wärme in ihr, das sie seit langem nicht mehr gespürt hatte. Hank löste sich von ihr und sie blickten sich an. „Was... was wird Andrew sagen?“, fragte Hank. Sofort aktivierte sich wieder Florence Gehirn. Sie sprang auf und warf ihren Mantel um sich. „Wir sollten das nicht tun.“, stammelte sie. Hank sah enttäuscht zu Boden. In Florence tobte ein Kampf, ihre Gefühle gegen ihren Verstand und zum ersten Mal in ihrem Leben verfluchte sie ihre Klugheit. Aber sie liebte Hank genauso wie Andrew. Es war irgendwie anders und doch glich. Für wen sollte sie sich entscheiden? Sie legte sich einige Sätze zurecht um Hank irgendetwas zu sagen, aber er warf alles über den Haufen. „Liebst du mich?“ fragte er Florence. ‚Ja, liebe ich ihn?’ dachte sie. Die Antwort stand fest. Sie liebte Hank, aber Andrew nun mal auch. Aber wenn sie jetzt sagte, sie würde ihn lieben, dann würde er sich Hoffnung machen. Sie verspürte einen Kloß im Hals. Sie schluckte ihn weg, schloss die Augen, damit Hank ihre Tränen nicht sah und wisperte: „Nein.“




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