Sonntag, 8. September 2013

Converter von Jack - Teil 9

Die Übersicht der bisher erschienenen Kapitel findest du >hier<.




Kapitel 13

Das kleine Messer wurde wieder zum Morgenstern. Die blonde Frau lachte Diabolisch und ließ dann die stachelbesetzte Kugel durch die Luft sausen. Florence rollte sich zur Seite und holte tief Luft. Sie versuchte sich zu konzentrieren und erneut einen Schild aufzubauen, doch als die Erde neben ihr vom Schlag der goldenen Waffe durchpflügt wurde, war alle Konzentration dahin. „Hank!“ kreischte sie. Als der Morgenstern ein zweites Mal herunterstürzte, blieb er plötzlich direkt vor ihrem Gesicht stehen, nur Hanks Schild war davor. Florence’ Schild wäre bei so einem Mächtigen Schlag in Tausende kristallklarer Tropfen zersprungen, aber Hanks Schild hielt stand. Er war in kurzer Zeit stärker geworden als sie, aber das er SO stark war, hätte sie ihm nicht zugetraut. Florence versuchte ein weiteres Mal, eine Wasserkugel zu Formen. Sie presste es zu einer dünnen Scheibe. Dieses Mal wurde der Schild wiederhergestellt. Hank zeigte mit der linken Hand nach hinten, während er den Schild mit der Rechten Hand festhielt und einen Schlag des Zikmannes zu parieren. Hanks linker Zeigefinger deutete auf eine hohe Fellsformationen, die an der linken und rechten Seite geschlossen war. So waren die beiden Seiten und der Rücken Gedeckt, und die Angriffe konnten nur von Vorne kommen. Als gerade kein Angriff der Ziks erfolgte, stürmten Florence und Hank nach Hinten zwischen die schützenden Felsen. Florence sah sich um. Die beiden Ziks standen direkt vor ihnen, der Re krümmte sich nach Hanks Wurf mit dem Schild immer noch am Boden. Die Zikfrau veränderte die Form ihrer Waffe erneut. Eine zarte, dünne Goldhaut spannte sich zwischen einem gebeugten gewaltigen goldenen Bogen. Sie legte einen goldenen Pfeil an und schoss damit gegen Florence Schutzschild. Er blieb zitternd stecken, ohne ihn zu durchdringen. Florence lachte auf. „Mehr kannst du nicht?“, verhöhnte sie die Zik. Doch als sie deren Gewinnerlächeln sah, verging ihr das lachen. Der Goldene Pfeil veränderte sich. Er trennte sich in viele kleine Teilchen zusammen. Er bewegte sich immer schneller und zerfiel in immer kleinere teile. Diese schienen zu zerschmelzen, dann zischte es und sie lösten sich auf. Verwirrt sah Florence dampf aufsteigen. Sie spürte wie es heißer wurde und zog instinktiv die Hand zurück. „Einfache Physik. Reibung erzeugt wärme. Und diese Wärme hat deinen Schild verdampfen lassen.“, lachte die Zikfrau. Florence fluchte. Die blondinen-sind-doof-regeln galten für diese Frau wohl nicht. Hank warf ihr seinen Schild zu. „Gib mir Deckung, ich probiere etwas aus.“, zischte er ihr ins Ohr. Er verschwand im hinteren Teil der Formation, während Florence den Schild hielt. Das silberne Messer des Zikmannes wurde länger und breiter. Auf einmal hielt er ein Prachtvolles Schwert in der hand. Er dreschte damit auf Florence’ Schild ein und die Zikfrau half ihm dabei. Florence blickte an den beiden vorbei. Der Re hatte sich nicht mehr bewegt. Er hustete und Blut schoss aus seinem mund. Plötzlich lief es Florence kalt den Rücken herunter. Wo war der Dschat? Ein riesiger Jaguar sprang von Oben auf sie Herunter. Im letzten Augenblick konnte sie noch den Schild hochreißen. Die Raubkatze biss mit den gewaltigen Eckzähnen in den Wasser Schild. Ihr Unterkörper war ungedeckt und der Jaguar war schwerer als sie gedacht hatte. Es sah schlecht für sie aus. Hank saß derweil mit geschlossenen Augen hinter ihr und murmelte etwas vor sich hin. Sie war auf sich alleine gestellt. Ein Schwerthieb traf sie am Knie und sie stöhnte. Schmerzen brannten in ihr. Kurzzeitig verlieh ihr die Wut unglaubliche Kräfte. Sie stemmte den Schild nach oben und drückte ihn ruckartig nach vorne. Der Jaguar konnte sich auf dem glatten Wasserschild nicht festhalten und rutschte nach vorne. Dann fiel er herunter. Exakt in diesem Moment wollte der Zikmann mit seinem Schwert ausholen um Florence das Bein abzuschlagen. Der Jaguar fiel mit der Brust auf das Schwert. Der Zig Mann fiel nach hinten. Nun stand nur noch die Zikfrau. Sie nutzte es aus, dass Florence den Schild nach oben geschoben hatte und verwandelte den Morgenstern in einen Speer. Sie wollte gerade Florence Kopf aufspießen, als eine Faust auf den Kopf der Wandlerin herunter fiel. Sie sah Sterne, dann wurde es schwarz und sie fiel in sich zusammen. Vor Florence stand eine bläulich schimmernde gestalt. Sie hatte so etwas schon einmal gesehen, als Lyréssa sie erschaffen hatte um Florence vor englischen Soldaten zu retten. Diesmal hatte Hank ihn erschaffen. Er war verhältnismäßig klein und grob, die Arme waren sehr kurz und unterschiedlich lang, die Füße waren zu einem einzigen Klumpen verschmolzen. Ein Méleg. Na ja, ein halber. Aber er hatte Florence das Leben gerettet. Unaufhörlich tropfte Wasser von ihm herab. Hank stöhnte. Dann zerfiel der Méleg platschend und nur eine kleine Pfütze aus Wasser blieb von ihm übrig. Hank hustete. „Geht es dir gut?“, fragte Florence. Hank nickte. „Ich bin nur müde.“, antwortete er. „Nur ein...wenig...“, dann schlief er ein. Florence rüttelte ihn wieder wach. „Wir müssen hier weg, gleich stehen die hier wieder auf!“, erklärte Florence und deutete auf die Wandler. Hank schlug müde die Augen auf. Er legte den Arm um Florence und sie trug ihn fort. In unmittelbarer Nähe lag ein Laubwäldchen mit Eichen und Erlen und Florence schleppte sich dort hin. Es ging langsam voran, denn Hank war sehr geschwächt. Er musste oft verschnaufen und Florence befürchtete, dass die Goldwandlerin bald wieder auftauchen und sie töten würde. Doch schon bald erreichten sie den wald. Dort würde es schwerer sein, sie zu finden. Am liebsten wäre florence einen Baum hinauf geklettert, doch Hank war dafür zu schwach. Also setzten sie sich vor den Gewaltigen Stamm einer Mächtigen Eiche. Florence dachte noch einmal über alles nach. Über ihr Leben als chetesse, über hanks plötzlichen kräfte und über die wandler, die sie beinahe getötet hätten. Aber es gab einige Widersprüche. Wo hatte Hank gelernt, einen Méleg zu erschaffen? Wenn doch Will sie beschattet hatte, wieso waren dann die 4 Wandler nach London gekommen? Woher hatten die Wandler gewusst, das sie, Florence, eine Réssyw Myts war? Und auch dinge, die vor langer Zeit passiert waren kamen ihr wieder in den Sinn. Es gab so viel zu beachten, es war alles so verworren. Wie passte was zusammen? Florence hielt noch den ganzen Abend Wache. Sie war zu allem Bereit, aber niemand kam. Kein Wandler kam in das Wäldchen. Hank und Florence waren der Gefahr entronnen. Als die Sonnenstrahlen bereits durch das Blätterdickicht fielen, genehmigte auch Florence sich ein Schläfchen. Sie träumte von Gewaltigen rmeen und Mächtigen Männern und Frauen. Dann sah sie zwei junge Männer, die an irgendetwas schmiedeten. Es war eine Goldene Kugel. Sie war etwa Faustgroß und Hohl. Die Wände waren so dünn, das man fast durch sie hindurchsehen konnte. Auf einer seite war ein Daumennagelgrosses Loch. Als ein Sonnenstrahl durch diese Öffnung fiel, strahlte die Kugel in allen Farben des Regenbogens. Plötzlich fiel die Kugel aus der Hand des Schmiedes und eine Andere Hand fing die Kugel auf. Das Wesen, das die Hand ausstreckte, blieb im Schatten. Das Wesen ließ den Goldenen Gegenstand fallen. Er fiel und fiel. Ein summen durchdrang Florence’ Kopf. Es wurde immer lauter. Aus Summen wurde flüstern aus Flüstern Gesprochene Worte. Lyt sé daté. Die Stimmen wurden lauter. Es wurden Schreie. Dann wie auf Kommando wurden sie Still. Florence schreckte auf. Obwohl der Traum vergangen war, blieben die Worte in ihrem Kopf. Lyt sé daté. Das war Tjangú, aber Florence konnte es nicht übersetzen. Sie verdrängte den Gedanken aus ihrem Kopf und blieb sitzen, während sie dem Zwitschern der Vögel lauschte.



Am tag darauf konnte Hank wieder Laufen, ohne von Florence gestützt zu werden. Die beiden wussten anfangs nicht, wohin sie nun gehen sollten, aber irgendwann hatten sie sich darauf geeinigt, nach osten zu gehen, da von dort die Chetessenspuren gekommen waren. Es war eine ereignislose Wanderung. Sie folgten einer Reihe von Wäldchen, gelangten dann in die Nähe eines kleinen Dorfes. Florence und Hank fragten die Einwohner nach einer Gruppe von Wanderern, die vor kurzem durch die Stadt gelangt waren. Eine junge Frau erzählte ihnen von Zwei grösseren Gruppen wanderern, die in letzter Zeit aufgetaucht waren. Die einen kamen von Nord-osten und die anderen von Osten. Florence wusste noch, das The Oak, die Stadt in der Lyréssa gelebt hatte, in Nördlicher Richtung lag, darum schlug sie Hank vor, nach Nordosten zu gehen.

Sie setzten ihren Weg fort und schafften noch weitere 11 Kilometer, bevor sie ein Lagerfeuer am Rand eines Nadelwaldes erzündeten. Es war kühl, darum drängten sie sich dicht aneinander. Der Vollmond schien fahl herunter und das Feuer prasselte. Obwohl Florence so viel auf dem Herzen lag, schlief sie, erschöpft von der Wanderung, unter dem Hellen Sternenhimmel ein.

Weitere Tage der wanderung folgten. Sie kamen durch zig weitere Städte, ohne viel mehr zu erfahren, als die mögliche Himmelsrichtung. Allmählich erinnerte sich Florence an einige Markante Punkte. Es wurde felsiger und oft mussten sie weite Strecken gehen, um Orte zu erreichen, die hinter riesigen Glatten und steilen Felsformationen lagen. Doch dann erreichten sie endlich einen Wald, der ähnlich aussah, wie der Wald, hinter dem Tyts lag. Florence Laune verbesserte sich zusehends und Hank wurde auch gesprächiger. Als sie eines abends am Feuer sassen, unterhielten sie sich eine Weile. „Meinst du, unser Leben verändert sich noch mehr? Ich meine, weil wir diese Kräfte haben und so.“, fragte Florence. „Sicher. Der Kampf ist noch nicht vorbei.“

„Ja, aber wir kennn jetzt auch die Wandler und wir haben sie besiegt.“

„Der Converter hat sicher nicht seine besten Männer geschickt.“

„Oder Frauen.“, ergänzte Florence. Hank lachte. „Wie würdest du reagieren, wenn der Converter vor dir steht?“,Fragte er.

„Schleunigst wegrennen?“

„Die Tür ist verschlossen.“

„Dann durchs Fenster.“

„Verschlossen.“

„Trotzdem durchs Fenster.“ Wiederholte Florence. Hank schmunzelte. „Du findest auch immer einen Weg, wie?“, fragte Hank.

„Wo Hoffnung ist, ist auch ein Weg. Jetzt zum Beispuiel hoffe ich, nach Tyts  zu kommen. Ob Andrew noch lebt?“ fragte Florence, eher an sich selbst gewandt. Stille. Hank machte ein Finsteres Gesicht. Er liebte sie immer noch und die Erwähnung von Andrews Namen riss ein riesiges Loch in sein Herz. Es loderte Wut in ihm Auf. Aber er versuchte, gute Miene zum Bösen spiel zu machen. Als niemand mehr etwas sagte, drehte er sich in seiner Decke um und schloss die Augen.



Der Wald war gross und ihn nach einer kleinen Stadt abzusuchen erwies sich schwerer, als zuerst angenommen. Florence Idee, sich zu trennen, lehnte Hank strickt ab. Es sei zu gefährlich, vielleicht befänden sich Wandler in diesem Wald. Hank hatte sowieso noch nicht verstanden, woher die Wandler gewusst hatten, wie Florence aussah. Hatte Will herausgefunden, wie sie nun aussah? Das war nur schwer vorstellbar. Florence war die meiste Zeit im Haus geblieben. Und aufgefallen waren sie ja nicht gerade. Er hatte gearbeitet wie jeder andere Brite und seine Kräfte nie angewandt. Mit der Zeit ging Hank die Situation ziemlich auf die nerven. Er begann, den Wald zu Hassen. Die feuchte Luft, die nassen Blätter, die utschige Erde und das ganze Viehzeugs, das ihn in Augen Ohren und Mund flog. Und Florence ging ihm auch auf die nerven. Immer redete sie nur von Andrew. Andrew hier, Andrew da. Er war plötzlich nur Luft für sie. Und es war ihm, als fiele jedes mal ein stück von seinem Herzen herab, bei jedem Andrew-gefasel ein stück mehr. Dann schlägt ein riesiger Hammer auf diese Stückchen und zermatscht sie zu Brei, der durch seinen Ganzen Körper floss und ihn mit hass erfüllte. Es war schrecklich. Denn er liebte Florence mehr, als alles andere auf der Welt. Fast alles. Aber nachts fand er Ruhe. Auch in dieser Nacht. Nachdem er wieder stundenlange reden über Andrew anhören musste, machte er es sich in seinem Schlafsack gemütlich und wartete, bis Florence ruhiger atmete. Er sah ihr noch eine Weile zu, um sicher zu gehen, das sie Schlief, denn schlich er weiter in den Wald. Er Rief ihren Namen. Manchmal einige Minuten lang, bis sie dann kam. Die langen, grauen Haare zu einem Zopf geflechtet. Ihre Falten warfen dunkle Schatten über ihr gesicht, aber Hank wusste, das sie lächelte. „Mutter!“ rief er erfreut.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir und auch unsere Autoren würden uns sehr über eure Meinung freuen :)